Buchvorstellung:

Lulu Brentano – eine „curiose“ Lebensgeschichte erzählt in Briefen (Autorenlesung Walter Scharwies)

 

Sie hieß eigentlich Ludovica, nannte sich selbst Lulu, und führte die Ehenamen Jordis und Des Bordes. Bekannter ist sie als Lulu Brentano. Im Freien Deutschen Hochstift/Frankfurter Goethehaus, in der Preußischen Staatsbibliothek zu Berlin und in weiteren Archiven liegen Autographen, geschrieben vom 10. Lebensjahr (1797) bis wenige Wochen vor ihrem Tod in Würzburg (1854). Sie dokumentieren eine Lebensgeschichte, die ihr Bruder Clemens als „curios“ bezeichnete. Bankiersgattin mit Kontakten in die allerhöchsten Kreise, gute Bekannte der Brüder Grimm, mit 25 Jahren Todessehnsucht, als Witwe erfolgreiche Unternehmerin in Paris, von Eichendorff hoch gelobte Schriftstellerin bilden Merkmale eines bislang wenig beachteten, von Brüchen begleiteten Lebensweges. In Lulu Brentano vereinigen sich erfolgreicher Brentanoscher Kaufmannsgeist und musisches Talent der Mutter La Roche, Schutz und Halt suchende Verbindung zu den Geschwistern und zur eigenen Familie, aber auch auf der Religion ruhendes soziales Engagement zu einer interessanten Persönlichkeit. Walter Scharwies hat ihre großenteils unveröffentlichten Briefe übertragen. Er beschreibt damit ein spannendes Frauenleben von der Napoleonischen Epoche bis hin zur bürgerlichen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts.

Immer wieder suchte Lulu die Nähe zu dem Bruder Georg. Mitte der 1830er Jahre wohnte sie in Rödelheim, besaß dort eigene Immobilien und richtete eine „Kinderschule“ ein. Als Bürgerin von Rödelheim erhob sie der Großherzog von Hessen-Darmstadt im Jahr 1838 in den Freifrauenstand.

 

Das Vorwort zu dem Buch verfasste Professor Wolfgang Bunzel, Leiter der Abteilung Romantik-Forschung am Frankfurter Goethehaus/Freies Deutsches Hochstift. Er wird einführende Worte sprechen. Erschienen ist der Band (272 Seiten) in dem zum Verlagshaus Römerweg, Wiesbaden, gehörenden Waldemar-Kramer-Verlag.

 Birgit Speckle beschreibt in der Zeitschrift „Schönere Heimat“ das Buch: „Näher wird man der Familie Brentano kaum kommen. Scharwies moderiert die Briefzitate zurückhaltend, gelegentlich auch humorvoll und verknüpft sie geschickt mit Ergebnissen aus der Forschung. Entstanden ist ein unterhaltsamer, reich illustrierter Text, der eine spannende Grundlage bildet für Literaturwissenschaft, Romantik-, Biografie- und Heimatforschung.“

 

Angaben zum Autor: Walter Scharwies, Regierungsdirektor a. D. und ehem. Bürgermeister, veröffentlichte Bücher und Aufsätze zur Geschichte des Raumes Alzenau/Aschaffenburg. Er ist ferner Beiträger zu den Bänden „Die Brentanos – Eine romantische Familie“ und „Romantik an Rhein und Main“. Seine Forschungen beschäftigen sich mit den Persönlichkeiten auf dem vor den Toren Frankfurts in der Stadt Alzenau gelegenen Schloss Wasserlos. Lulu Brentano zählt zu den prominenten Schlossherrschaften.

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