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Das historische Petrihaus -

ein romantischer Ort in Rödelheim

Das Petrihaus im Frankfurter Stadtteil Rödelheim liegt sehr idyllisch im Brentanopark, unmittelbar an der Nidda. Es wurde ursprünglich als Fachwerkhaus errichtet. Das exakte Baujahr ist nicht bekannt, wie die dendrochronologische Untersuchung ergab, wurde das Bauholz 1717 eingeschlagen, woraus man auf eine Bauzeit um 1720 schließen kann.

Vermutlich älteste Darstellung des Petrihauses um 1720 zur Zeit von Johannes Petri.
Geschenk des Sohnes Heinrich Petri (Bildhauer) an seinen Bruder Anton.



Das Haus gehörte dem Rödelheimer Bäckermeister Johannes Petri, 1819 wurde es durch den Kaufmann und Bankier Georg Brentano (1775-1851), Bruder der Dichtergeschwister der Romantik Clemens Brentano und Bettine von Arnim geb. Brentano, für 1.150 Gulden erworben.

Georg Brentano 1833

Letzte Seite des Kaufkontrakts vom 24. Dezember 1819

Ursprünglich als zweigeschossiges Haus mit Steildach erbaut, wurde es 1820 unter dem Einfluss des Berliner Architekten  Karl Friedrich Schinkel umgebaut. Georg Brentano ließ eine flachere Dachkonstruktion mit weiten Überständen sowie einen zweiseitigen Balkonumgang auf schlanken, antikisierenden Holzstützen mit Kanneluren und Kapitellen errichten.

Mit seinem rustikalen Charakter zählt das Petrihaus einerseits zum Typ des romantischen Schweizerhäuschens, wie es im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert Mode war, andererseits wurde der Landhausstil mit spätklassizistischen Elementen kombiniert.

Das Petrihaus 1825, Gemälde von Bettine von Arnim, geb. Brentano

Bettine von Arnim

Georg Brentano nutzte das Haus als sein persönliches Refugium und richtete sich im ersten Stock einen Salon, ein Arbeits-zimmer und einen Schlafraum ein.



Begeistert beschrieb später Bettines Tochter Maximiliane  in ihren Memoiren das Petrihäuschen:


„Das Poetischste von allem aber war das malerische Petrihäuschen, in dem der Onkel wohnte und auch ganz allein schlief. Es lag unter einer Platane nahe beim Niddawehr, so daß man immer das sanfte Rauschen des Wasserfalls hörte...

Das ganze Häuschen war von einem Balkon umgeben, der immer mit blühenden Pflanzen geschmückt war.

Im Innern kam man von einem kleinen Entrée mit einer Nische aus Mahagoni zuerst in...


Maximiliane von Arnim verh. Gräfin von Oriola, um 1845

Arbeitszimmer Georg Brentanos im Petrihaus

...des Onkels Arbeitszimmer,  das mit bequemen Leder-möbeln ausgestattet war und an zwei Wänden Schränke voll prachtvoll eingebundener Bücher hatte.

Von da trat man in den kleinen Salon, der ganz in Weiß gehalten war, weißbirkene Möbel mit roten Bezügen und einen schneeweißen Marmorkamin hatte; an den Wänden hingen in feinen Rahmen aus poliertem Ahornholz wohl an die vierzig Aquarelle mit Bildern aus der Schweiz, die der Onkel auf einer Reise hatte malen lassen...

Schneeweißer Kamin im weissen Salon

Weißer Salon

Weißer Salon, Blick zum Schlafzimmer, das ganz in Grün gehalten war. Links neben dem Gemälde das Fenster mit dem Bienenstock

...Das Allerschönste aber und für uns der Gegenstand steter Bewunderung war, daß man durch eine große Glasscheibe das Leben und Arbeiten der Bienen in drei Etagen übereinander beobachten konnte; auf der Rückseite dieses sonderbaren Bienenstocks waren die Öffnungen zum Ein- und Ausfliegen der Bienen.

Nebenan war das Schlafzimmer des Onkels, das ganz in Mattgrün gehalten war; auch von hier konnte man die Bienen durch ein Fenster von der Seite beobachten...“

Clemens Brentano

Die Schönheit des Hauses beeindruckte auch Clemens Brentano, der 1826 in einem Brief an seinen Bruder die Eleganz des Petrihäuschens rühmte.

Von der „einsamen Laube am schäumenden Katarakt, ...der mit niedlichem Wohn- und Schlafzimmer eingerichteten Eremitage des Besitzers“  berichtete der Hamburger Domherr Johann Lorenz, der 1825 auf einer abendlichen Spazierfahrt nach Rödelheim kam.

Zufahrt über die Rödelheimer Landstraße 1825

 Nach dem Tod Georg Brentanos (1851) gelang es den Nachfahren nicht, sein Lebenswerk als Gesamtanlage zu erhalten, 1910 wurde Rödelheim nach Frankfurt am Main eingemeindet, 1926 der gesamt Besitz der Brentanos an die Stadt verkauft und in den 1950er Jahren im Haus und auf dem Gelände des Petrihauses der Betriebshof der Stadtentwässerung angesiedelt.

Bis 1968 diente das Petrihaus dem Leiter des Betriebshofes als Wohnung, danach wurde es nicht mehr genutzt und verfiel zusehends. Die Verbindung zum Rödelheimer Brentanopark war zerschnitten, das Petrihäuschen zur Ruine verkommen.

Öffentlicher Protest in den 1980er Jahren verhinderte den geplanten Abriss.

1998 gründete sich auf Initiative des Rödelheimer Bürgers Prof. Dr. Wilhelm Bender der FörderVerein PetriHaus.

Mit Unterstützung und finanzieller Förderung durch die Vereinsmitglieder, regionaler Unternehmen, insbesondere der Fraport AG, des Landes Hessen und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnte das Petrihaus mit einem Gesamtaufwand von über 1,4 Mio Euro restauriert werden.

Frankfurter Handwerksbetriebe arbeiteten unentgeltlich an der Wiederherstellung des historischen Hauses.


Heute ist im Frankfurter Stadtteil Rödelheim wieder eine Idylle entstanden, die der Begegnung der Bürger mit Kunst und Kultur der Romantik offen steht.

Arbeitsgemeinschaft regionaler Handwerksbetriebe zur Wiederherstellung des historischen Petrihaus

Das Petrihaus vor Beginn der Bauarbeiten 1999



Die Förderin des Petrihauses und unseres Vereins, Frau Monika Wiegandt, Urururenkelin Georg Brentanos, und Ihre Mutter Dorothea Krohmann, geb. von Stumpf-Brentano, widmen der Familienchronik einen lesenswerten Internetauftritt mit Titel „Georg Brentano und sein Park in Frankfurt-Rödelheim - eine Familiengeschichte“. Sie finden ihn unter www.familie-brentano.de

Für Romantikfreunde gibt es eine hervorragende App für Smartphones namens „Impuls Romantik“. Darin sind auch unser Petrihaus, die Maxe-Laube sowie der Brentanopark aufgeführt. Kostenloser Download der App ist möglich im Google Play Store und im iTunes App Store. Für nähere Einzelheiten klicken Sie bitte hier:


Das Petrihäuschen wurde auch in die „Romantikroute“ aufgenommen. Der Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar spürte im Auftrag der Stadt Frankfurt traditionelle romantische aber auch unverhofft moderne Orte auf und stellte eine Spazier-Tour zusammen. Wer ein Smart-Phone besitzt, kann die an 16 Stationen angebrachten Schilder mit QR-Codes nutzen, um mehr über diese Orte zu erfahren. Die Romantik-Stationen sind mit einer Zeichnung von Bettine Brentano markiert. Die Schilder zeigen Bettine im Profil auf rotem Grund, gezeichnet von Hans Traxler. Einzelheiten finden Sie hier.


Die Schilder mit QR-Code sind am Pfosten im Brentanopark beim Haupteingang von der Straße Auf der Insel (QR-Code Nr. 15) und am Zaun vor dem Niddawehr (QR-Code Nr. 16), also direkt am Hintereingang zum Petrihäuschen, angebracht.



Bau des Wehres 1926 (Quelle Fam. Büttner)

Das Petrihaus um 1900